Pfarrer und Kapläne von Mühlhausen
Wir möchten einen Blick auf die Geschichte unserer Pfarrei in Mühlhausen werfen.
Im Anhang finden Sie eine Übersicht der in Mühlhausen tätigen Pfarrer seit dem Jahr 1860 bis heute sowie eine Auflistung der Kapläne unserer Pfarrei von 1884 bis in die Gegenwart.
Viele von ihnen haben das Leben der Gemeinde geprägt, Menschen auf ihrem Glaubensweg begleitet und wichtige Spuren in der Geschichte unserer Pfarrei hinterlassen.
Die Zusammenstellung lädt dazu ein, sich an bekannte Namen zu erinnern, historische Entwicklungen nachzuvollziehen und die Kontinuität des kirchlichen Lebens in unserer Pfarrei wahrzunehmen. Zugleich ist sie Ausdruck des Dankes für den Dienst all jener Seelsorger, die über Generationen hinweg in Mühlhausen gewirkt haben.
Möge der Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte auch unseren Blick für die Zukunft der Gemeinde stärken.
Entwurf einer neuen Kirche für Mühlhausen
Ein Blick in die Chronik der Pfarrei zeigt Entwurfsskizzen für einen Neubau der Katholischen Kirche in Mühlhausen. Das damalige Projekt sah einen Neubau am Blobach vor. Die obere Skizze zeigt den Lageplan mit der kleinen Bonifatiuskirche und dem Pfarrhaus. Es ist die Zeit um neunzehnhundert. Das Wohlfahrtshaus (Kindergarten) war noch nicht gebaut, so dass dieser Entwurf eine Überlegung war.
In der zweiten Zeichnung wird deutlich, dass das Aussehen auch ein neugotischer Bau werden sollte. Die Entwürfe sind gezeichnet mit „Freckmann“ ohne weitere Angaben. Warum diese Überlegungen nicht umgesetzt wurde und man sich für den Bau im Bahnhofsviertel entschieden hat, bleibt im Unklaren.
Weitere Zeichnungen zeigen Querschnitte und auch die Innenaufteilung mit der Bestuhlung.
Besondere Schätze der Pfarrei
Die Pfarrei Mühlhausen verfügt über einen Kelch, ein Kreuz mit Korpus aus Elfenbein sowie über ein Missale Romanum. Das ist zunächst nichts Besonderes. Das Besondere daran ist, dass alle drei Gegenstände aus dem 18. Jahrhundert stammen. Zu dieser Zeit existierte die Pfarrei Mühlhausen noch nicht.Komplettiert wird die Sammlung durch eine eisern beschlagene Truhe. Nun kann die Fantasie ihren Lauf nehmen und eine Geschichte entstehen. Ab 1575 gab es in Mühlhausen infolge der Reformation keinen katholischen Gottesdienst mehr. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein kaiserliches Werbekommando nach Mühlhausen verlegt, um Soldaten zu rekrutieren.
Auch der Aufschwung der Wollindustrie zog viele Eichsfelder nach Mühlhausen. Im Jahr 1811 wird die Zahl der Katholiken, die innerhalb der Stadt wohnten, auf 150 beziffert. Für Militärgottesdienste wurden den katholischen Christen die Antonius- und die Jakobikirche für die Feier der Gottesdienste zur Verfügung gestellt. So konnte der katholische Glaube in Mühlhausen langsam wieder wachsen.
Die Betreuung der wenigen Katholiken in der Stadt wurde vor der Säkularisation dem Zisterzienserinnenkloster Anrode übertragen. Diese Aufgabe hatte der Klosterkaplan zu erfüllen. Das Kloster stellte ihm dafür ein Pferd zur Verfügung. Zu seinen seelsorglichen Aufgaben gehörten Gottesdienste, Taufen, die Letzte Ölung, Beerdigungen sowie weitere Bereiche der Seelsorge. Nach der Säkularisation im Jahr 1810 stellte die Regierung einen eigenen Kaplan für die Seelsorge in Mühlhausen ein, der jedoch seinen Wohnsitz in Bickenriede hatte. Es war üblich nach den Auflösungen der Eichsfelder Klöster Inventar an bedürftige Kirchen und Orte weiterzugeben. Nach so langer Zeit ohne katholisches Leben in Mühlhausen war dies ein enormer Fortschritt.
Doch zurück zu den oben genannten Gegenständen. Nun geht es ins Reich der Fantasie. Für die Feier einer Heiligen Messe braucht es neben der Kirche weitere Voraussetzungen, etwa einen Kelch, ein Messbuch, ein Kreuz und andere liturgische Gegenstände.
Diese wird der Kaplan nicht jedes Mal mit nach Mühlhausen gebracht haben, sondern vermutlich in einer Truhe aufbewahrt haben, die vor Ort verbleiben konnte. So sind der Pfarrei diese vier schönen Gegenstände überkommen.